Was ist Kokosblütenzucker?

Da immer wieder viele Fragen zum Thema Kokosblütenzucker auftauchen, möchte ich Ihnen heute gerne einige Tipps zu dieser spannenden Zuckerart geben. Viele dieser Inhalte entstammen meinen Erfahrungen und Gesprächen aus den letzten Jahren, mit Köchen, Produzenten und Schleckermäulchen 😉 …  Wer das fröhliche Frage-Antwort-Spiel bis zum Ende liest, wird mit einem besonders tollen Rezept belohnt: Pumpkin Spiced Latte, eine sehr kreative Rezeptkreation von Kristin, Produktmanagerin bei der veganen Supermarkt-Kette Veganz. Kristin hat dieses Rezept in New York gefunden, wo Pumpkin Spiced Latte mittlerweile ein absolutes Trend-Getränk ist. Vorab aber nun einmal das ABC des Kokosblütenzuckers:

Was ist der Unterschied zu Palmzucker aus dem Asia-Laden?

Klassischer Palmzucker wird oft mit braunem Zucker oder dem Zucker verschiedener Palmen vermischt. Beim billigen „Palmzucker-Block“wird der Nektar nicht über dem Feuer gerührt, sondern in Gefäßen stundenlang getrocknet. Dabei kommt es meist zu Verunreinigungen. Einige Anbieter vermischen diesen Zucker auch mit Natrium-Sulfit, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen. Man erkennt Natrium-Sulfit-Beigaben am Grün-Schimmer des Zuckers sowie an einem leicht fischigen Geruch (Achtung – krebserregend).

Schmeckt Kokosblütenzucker nach Kokosnuss?

Obwohl der Name „Kokosblütenzucker“ es eigentlich nahe legen würde, schmeckt Java Kiss absolut nicht  nach Kokosnüssen. Kokosblütenzucker hat vielmehr einen zart süßen Geschmack mit einem leichten Karamell-Aroma. Er zergeht förmlich auf der Zunge und überrascht danach mit einer sehr leichtem Vanille-Malz-Note.

Was macht Kokosblütenzucker so besonders ? Wofür kann er verwendet werden?

Der Zucker hat mehrere Eigenschaften, die ihn für die Küche so hervorragend machen:

Kokosblütenzucker hat einen niedrigen Schmelzpunkt – er zergeht sofort im Mund oder in kalten Flüssigkeiten. Er eignet sich daher z.B. sehr gut für dunkle Cocktails (z.B. mit Rum). Aufgrund der dunklen Verfärbung sollte man den Zucker nicht für helle, klare Cocktails verwenden. Auch für Marinaden, zum Süßen von Tees und zu allen Schokolade-Desserts passt der Zucker hervorragend.

Kokosblütenzucker hat einen niedrigen Glykämischen Index (GI). Der GI ist 32, und damit halb so hoch wie bei normalem Zucker – d.h. der Zucker geht langsam ins Blut über und ist daher für alle Menschen bekömmlich, die ein Problem mit Zucker haben.

Kokosblütenzucker bringt Struktur ins Gebäck. Anders als Stevia oder Ahornsirup eignet er sich sehr gut zum Backen, weil er die Form des Gebäcks unterstützt. Er kann 1:1 als Ersatz für normalen Zucker verwendet werden.

Kokosblütenzucker betont das Eigenaroma. Würzt man z.B. Fleisch oder Fisch, kurz vor dem Servieren, mit dem Zucker, bringt er die Eigenaromen des jeweiligen Lebensmittels zur Vollendung. Bei gebratenen Gerichten verleiht er außerdem einen feinen Glanz und rundet jede Soße schmackhaft ab.

Kokosblütenzucker wird – verglichen mit anderen Zucker-Arten – sehr schonend gewonnen, d.h. er ist reich an Nährstoffen und findet daher besonders in der ernährungsbewussten Küche gerne Verwendung.

Welche Inhaltsstoffe hat Kokosblütenzucker?

Die genaue Zusammensetzung des Zuckers ist sicherlich nicht nur für Chemiker ein spannendes Thema, denn die Analyse-Daten beweisen, wie nährstoffreich Kokosblütenzucker tatsächlich ist. 100g Kokosblütenzucker enthalten:

378,9 Kalorien

0,01 g   Protein

0,01 g   Fett

1,5 mg  Calcium

0,2 mg Magnesium

0,2 mg Kalium

94,15 g Sucrose

1,55 g   Glucose

1,68 g   Fructose

2,52 %  Feuchtigkeitsgehalt

Welche Gewürz-Zucker-Sorten gibt es bei Lotao?

Neben dem puren Zucker (Java Kiss) gibt es von Lotao eine Variante mit Ingwer und Lemonen (Ginger Kiss, besonders gut für Marinaden, Salate und Cocktails) sowie eine Variante mit Macis (=Muskatnussblüte), Kardamom und Zimt (Oriental Kiss, lecker für Chais oder als Gewürz, z.B. für Fleischgerichte).

Wer nun den Zucker gerne dort ausprobieren möchte, wo er hingehört, nämlich in der Küche, dem sei das folgende Trend-Rezept von Kristen von Veganz empfohlen:

Pumpkin Spiced Latte

Zutaten

2 EL Kürbismus (z.B. aus gekochtem Hokkaido-Kürbis)

3 EL Lotao Oriental Kiss

240 ml. Sojamilch

2 Espressi

Kürbismus mit Oriental Kiss Kokosblütenzucker verrühren, mit heißer geschäumter Sojamilch aufgießen. Einen doppelten Espresso darüber geben und heiß genießen…

Pumpkin Spiced Latte

Einfach und wunderbar: Pumpkin Spiced Latte

10 Antworten auf Was ist Kokosblütenzucker?

  1. Pingback: Kaffeepause (Tag 42) | brittlebrick – Tischlein deck dich!

  2. reinhild kaiser sagt:

    Ich hätte gern erfahren, was Kokosblütenzucker nun wirklich ist.
    Woraus wird er gemacht?
    Wie blüht die Kokospalme und werden die Blüten geerntet?
    Oder ist es eher ein Phantasiename und aus verschiedenen Zutaten zubereitet?

    • admin sagt:

      Liebe Reinhild,

      Kokosblütenzucker wird aus dem Nektar der Blüte von bestimmten Kokospalmen gewonnen. Nicht jede Palmblüte eignet sich für die Gewinnung des Zuckers bzw. bringen verschiedene Palmen auch verschiedene Zucker-Qualitäten hervor. Die Blüten werden nicht geerntet. Der Bauer klettert die Palme hoch und ritzt die perlenförmigen Blüten ein. Dabei läuft der Nektar aus, den der Bauer in Bambusgefäßen sammelt. Der Nektar von mehreren Palmen wird dann im Kessel über Holzfeuer gerührt und nach 4-5 Stunden entsteht der feine Kokosblütenzucker.

      Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Website http://www.kokosbluetenzucker.com.

      Ein Video zur Produktion ist auch auf Youtube abrufbar
      https://www.youtube.com/watch?v=d7It5TEO-8g

      Viel Freude mit dem Zucker!!!

      • Christiane sagt:

        Schon 20 Palmen können einem Bauern ein Auskommen sichern. Die Herstellung von Bio Kokosblütenzucker gilt als besonders nachhaltig, da den Kleinbauern durch die Kokospalmen eine Vielzahl von verwertbaren Materialien wie Kokosnüssen, Kokosöl usw. zur Verfügung stehen.
        Auch aus dieser Sicht betrachtet, sollte man zu Bio Kokosblütenzucker greifen.

  3. brigitte mansour sagt:

    Seit ich den Kokosblütenzucker verwende, fühle ich mich gesünder.
    Herkömmlicher Zucker ermüdet mich schnell, weil ich eher zuviel Süßspeisen zu mir nehme.
    Mit Kokosblütenzucker hab ich kein Problem, wenn ich etwas zuviel davon nehme.

    • admin sagt:

      Liebe Brigitte, das geht mir genauso – ich bin auch ein großer Fan von diesem „süßen Gold“… eine interessante Info-Webseite ist übrigens auch kokosbluetenzucker.com – dort finden sich auch leckere Rezept-Ideen!

  4. Ursula Stratmann sagt:

    Hallo lieber Autor,
    warum hat denn nun Kokosblütenzucker den niedrigen glyk. Index? da müssen doch noch Ballaststoffe drin sein? Ansonsten ist doch der Unteschied zum Haushaltszucker (Sucrose), der aus 100 % Sucrose besteht (Kokoblütenzucker 96 %) gar nicht so groß?
    Vielen Dank für die Info!. Herzliche Grüße
    Ursula

    • admin sagt:

      Liebe Ursula, es gibt eine Analyse aus den Philippinen – diese besagt, dass der niedrige GI auf den hohen Inulingehalt von Kokosblütenzucker zurück geht. Durch das Inulin wird die Aufnahme des Zuckers ins Blut verzögert, so die Studie.

    • imuandme sagt:

      Moin,
      genau die Frage habe ich mir auch gestellt. Und in den Inhaltsstoffen ist kein Inulin aufgeführt. Inulin besteht laut wiki aus einer lange Kette Fructose-Moleküle mit einem Glucoserest. Laut Inhaltstoffe kann somit nicht viel Inulin enthalten sein. Dass Inulin selbst langsam verstoffwechselt wird, leuchtet ein. Meine bisherige (zugegebenermaßen kurze 😉 ) Recherche hat keinen Effekt auf die Aufnahme v. Zucker hervorgebracht. Gibt es dafür Quellen? Vielen Dank und schönen Gruß!

      • admin sagt:

        Der glykämische Index des Kokosblütenzuckers beträgt GI 35. Als Vergleich kann man den Index des üblichen, seriell hergestellten, Rohrzuckers hinzuziehen, welcher im Durchschnitt einen GI von 68 aufweist. Dieser Unterschied lässt sich dadurch erklären, dass der Kokosblütenzucker Inulin enthält, welcher u.a. die Zuckeraufnahme verlangsamt. Dies macht den Kokosblütenzucker zur einen vorteilhaften Variante für Diabetiker, die eine glykämische Diät einhalten müssen. Dazu gibt es folgende Studie:

        The Philippine Food and Nutrition Research Institute used the following procedure to determine the Glycemix Index (GI) value of palm sugar:

        Fifty grams (240 ml) standard glucose tolerance test beverage (Medic Orange 50, Product no. 089) and fifty (50) grams of coconut palm (Cocos nucifera) sugar was fed in random order to ten (10) human subjects.
        Blood samples (0.3-0.4 ml) were collected after feeding through finger prick using a 7ml Vacutainer at zero (0) hour, and thereafter at every 15 min interval for 1 hour, and every 30 min or the next hour.

        The serum was separated from the blood using a refrigerated Effendorf centrifuge, and analyzed for glucose levels on the same day using a Clinical Chemistry Analyzer after calibration with the glucose standard (Glucofix Reagent1: Menarini Diagnostics, Firenze, Italy).

        The blood sugar levels of the ten (10) healthy human subjects given coconut palm sugar and reference glucose food samples were graphed against the time of study. The incremental area under the glucose response curve (IAUC) of the coconut palm sugar was calculated geometrically ignoring the area below the fasting level (Wolever et al.,1991). The Glycemic Index (GI) of the coconut palm sugar was calculated as GI = IAUC of the test food / IAUC of standard glucose multiplied by 100. It’s index value is 35.

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