Entdeckungen 15. August 2012 von

Reiskult in Bali

Vielen ist Indonesien vor allem durch die Insel Bali ein Begriff. Selbstverständlich darf ein Besuch der beliebten Urlaubsinsel auch bei meiner Reis-Reise nicht fehlen. Anders als für die meisten Touristen stand für mich der Strandurlaub dabei nicht im Vordergrund.

Die hinduistische Bevölkerung Balis pflegt rund um das Reiskorn faszinierende religiöse und kulturelle Traditionen.  Im Zentrum ist das sogenannte Subak-System, das auf das 9. Jahrhundert zurück geht. Dieses System verbindet die beiden wertvollsten Güter Balis, das Wasser und den Reis. Das kühle Nass fließt durch eine Tempelanlage, wird geweiht und anschließend auf die Felder der Bauerngemeinde verteilt. Zahlreiche kleine Tempel begrenzen jedes Feld, denn im traditionellen Reisanbau wird fast jeder Anbau-Schritt von religiösen Ritualen begleitet.

Tempel im Reisfeld
Die Reisfelder in Bali werden von kleinen Tempeln umzäunt

Diese geradezu spirituelle Aura wird  auf den UNESCO Reisterrassen durchbrochen – denn hier trampeln zahlreiche Urlauber, mit ihren Kameras schwerbewaffnet, fröhlich durch das Kornfeld. Ein seltsames Gefühl überkommt mich – werden die Hotel- und Restaurantmeilen den Reisanbau so verdrängen, dass dieser eines Tages hier nur mehr als Touristenattraktion möglich sein wird?

Touristen im Reisfeld
Die Touristen entdecken das Unesco Reisfeld

Ein erstes Indiz dafür ist vielleicht die vielgepriesene Reis-Göttin Dewi Sri. Diese konnte ich nämlich leider nicht im Reisfeld entdecken, sondern nur auf einer Flasche Reis-Schnaps. Die Göttin macht also auch vor hochprozentigem nicht Halt, wenn es darum geht, die Touristen zu begeistern.

One Reply to “Reiskult in Bali”

  1. 1997 unternahm ich eine Rundreise durch Asien und natürlich zählte für mich auch Bali dazu. Die 10 Tage auf Bali verbrachte ich mit einer Rundreise und einem Strandurlaub für 3 Tage.
    Damals genoss ich die tiefe Religiösität der friedlichen Balinesen und diese tiefe Befriedigung die mir Bali damals schenkte geniesse ich noch immer.
    Außerdem gerate ich noch immer ins Schwärmen wenn ich an die Landschaften und die Reisterrassen denke. Es schmerzt mich zu hören, dass diese jetzt von Touristen entweiht werden.
    Aber dafür gibt es noch immer Menschen und die wird es sicherlich immer geben, die – ähnlich wie Du – kritisch negative Veränderungen publizieren. Ich bin überzeugt, dass diese Äußerungen mehr als radikale Aktionen bewirken.
    Alles Liebe wünscht Dir Stefan

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