Für eine bessere Welt: Das Projekt Sol.Riz

Wie alle Produkte von Lotao stehen auch unsere Sol.Riz-Reissorten ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit, der Biodiversität und des fairen Handels. Sol.Riz hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Herz und Leidenschaft Kleinbauern dabei zu unterstützen, von multinationalen Saatgut-Konzernen unabhängig zu bleiben. Ganz nach dem Motto „For a better world“ trägt Lotao so zu einer besseren Welt bei.

Das Projekt

Mit dem Projekt Sol.Riz widme ich mich im Namen von Lotao einmal mehr unbekannten und außergewöhnlichen Reissorten, die bisher auf europäischen Speiseplänen selten zu finden waren. Doch es sind nicht nur die besonderen Reissorten, die dieses einzigartige Projekt ausmachen: Bei Sol.Riz stehen die Reisbauern und ihre Interessen im Vordergrund. Sol.Riz präsentiert vor allem jene Kooperativen, die visionär und von Großgrundbesitzern unabhängig sind, die im Einklang mit der Natur fernab von Massenproduktionen und Großkonzernen an ihren traditionellen Anbaumethoden und Produkten festhalten. Ohne Chemie, ohne Zwischenhändler. Durch den biologischen Anbau innerhalb der Sol.Riz-Kooperativen und das dadurch erlangte Bio-Zertifikat bekommen die beteiligten Bauern Zugang zu internationalen Märkten und können dadurch von ihren Erträgen auch tatsächlich leben – rund 80 Prozent der Ernte werden exportiert, den Rest verbrauchen sie und ihre Familien selbst.

 

 

 

 

 

 

 

Der Anbau

Die Reissorten von Sol.Riz werden nicht nur im Wasseranbau nach klassischer Methode produziert: Einige Sorten wachsen in Berggebieten, andere wiederum entstammen dem Terrassenanbau, wo eine Bewässerung nur durch natürlichen Regenfall möglich ist. Auch die Erntemethoden unterscheiden sich individuell von Kooperative zu Kooperative. Schwer zugängliche Sorten werden beispielsweise von Hand geerntet, andere wiederum mit klassischen maschinellen Gerätschaften. Im Gegensatz zur Produktion industrieller Reissorten stehen bei Sol.Riz weder die Kochzeit noch der Preis des Reiskorns im Vordergrund. Es geht vielmehr um das Aroma des Korns, um die Bedingungen, unter denen der Reis produziert wurde, sowie um die vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten der jeweiligen Sorten.

Das System der Reisintensivierung

Unter allen Sol.Riz-Kooperationen sticht eine ganz besonders hervor: Die Zusammenarbeit mit einer Kleinbauern-Kooperative auf Java (Indonesien). Diese Kooperative baut ihren Reis nach der revolutionären SRI-Methode an, dem so genannten „System of Rice Intensification“. Ein System, das auf weniger Saatgut, weniger Wasser und größere Abstände zwischen den Reispflanzen setzt: Mit dem Ergebnis eines fast doppelt so hohen Ertrags, ganz ohne chemische Düngemittel. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis der SRI-Methode?

Ein Reisfeld nach SRI-Methode bepflanzt

Gemeinsam mit Reisbauern auf Madagaskar entwickelte der französische Pater Henri de Laulanié in den 80er Jahren einen neuen Ansatz zur Reisproduktion: Das so genannte System of Rice Intensification (kurz SRI). Das Prinzip dahinter ist simpel, aber durchaus effektiv: Nur rund zehn Tage (anstatt vier Wochen) alte Keimlinge traditioneller Reissorten werden in ein nicht geflutetes Reisfeld gesetzt. Hier wachsen die Setzlinge dann einzeln auf einer Fläche von ca. 25 mal 25 Zentimeter heran – anstatt wie üblich dicht an dicht mit drei bis sechs weiteren Keimlingen nebeneinander. Mehr Platz und mehr Nährstoffe für jeden einzelnen Setzling bedeutet größere, kräftigere Triebe. Pater Henri fand bei seinen Untersuchungen zudem heraus, dass die Blätter und Wurzeln der Reispflanze viel besser wachsen, wenn sie nur so viel Wasser bekommen, wie sie benötigen. Sprich: Reis toleriert den normal üblichen Wasserüberschuss und wird daher traditionell so angebaut, tatsächlich aber liebt die Pflanze die Überflutung nicht.

Die neue Entdeckung bedeutet zwar, dass Unkraut mit mehr Aufwand zu Leibe gerückt werden muss (wofür zuvor das Wasser zuständig war), insgesamt ist die Methode jedoch durch den geringeren Wasserverbrauch um Einiges nachhaltiger als die bisher übliche und lässt den Reis deutlich besser gedeihen. Was den nach der SRI-Methode angebauten Reis außerdem von seinem gewässerten Artgenossen unterscheidet, ist die Art der Düngung: SRI-Reis spricht statt auf Chemie am besten auf biologisch abbaubaren Mist- und Kompostdünger an. Das verspricht nicht nur mehr Ertrag, sondern schont ebenfalls bedeutend stärker die Umwelt. Der Verzicht von Flutung und Chemie hat einen weiteren, positiven Nebeneffekt: Die Böden der Reisfelder werden wieder zu funktionierenden Ökosystemen, die Lebensraum für zahlreiche Tiere bieten, darunter Regenwürmer. Diese wiederum ernähren Vögel und andere Tiere. Ganz nebenbei schont die SRI-Methode auch noch das Klima: In überwässerten Reisfeldern können Pflanzen nämlich nur unzureichend verrotten und setzen deswegen große Mengen an Methan frei. Nach Angaben des Weltklimarats IPCC verursachen konventionelle Reisfelder bis zu 25% der weltweiten Methanemissionen.

1. Handarbeit: Bei der Reisernte in Tasikmalaya wird jedes Büschel einzeln geschnitten. 2. Guter Ertrag: Die Reisintensivierung bringt pro Hektar sieben Tonnen jährlich 3. Die Region Tasikmalaya im geografischen Kontext

 

SRI: Methode mit prominenter Unterstützung

Das System der Reisintensivierung und sein Erfolg sprechen sich mittlerweile auf der ganzen Welt herum: Schauspieler Jim Carrey gründete im Jahr 2005 sogar eine Stiftung zur Förderung von SRI-Reisanbau, um dem Welthunger entgegenzuwirken.

Schauspieler Jim Carrey im Auftrag seiner Stiftung „Better U Foundation“ auf Haiti

 

 

 

 

 

 

 

 

Sol.Riz in neuem Gewand

Seit 2015 präsentiert sich das Projekt nun in Deutschland, Österreich und der Schweiz in neuem Gewand: Eine umweltfreundliche Kartonage mit Sichtfenster schützt die handliche Vakuumpackung, in der 450 g Reis enthalten sind.

Dies verhindert nicht nur das Eindringen von Schädlingen, sondern bietet auch den perfekten Aromaschutz, damit der Reis nach dem Öffnen geradezu erntefrisch auf den Tisch kommt. Die Rezeptur der Reismischungen wurde stetig verbessert – der Bruchanteil der einzelnen Sorten beträgt weniger als 5 %, wodurch der Reis weniger klebrig und insgesamt knackiger bleibt.

Das Sortiment

Sol.Riz umfasst zurzeit drei ausgewählte, hochwertige Reissorten, die ich Ihnen in den kommenden Blogposts näher vorstellen möchte: Den Sol.Riz Tropical Reis, den Sol.Riz Hom Mali Reis und den Sol.Riz Vulkan Reis.

 

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