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Fırın Sütlaç – der klassische Reispudding

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Fırın sütlaç zählt zu den bekanntesten Desserts der türkischen Küche. Der cremige Ofen-Milchreis hat seine Wurzeln bereits in der osmanischen Zeit und wird bis heute in der ganzen Türkei mit großer Begeisterung serviert.

Fırın sütlaç zählt zu den bekanntesten Desserts der türkischen Küche. Der cremige Ofen-Milchreis hat seine Wurzeln bereits in der osmanischen Zeit und wird bis heute in der ganzen Türkei mit großer Begeisterung serviert.

Bei meinem letzten Istanbul-Besuch habe ich ihn entdeckt: Es war einer dieser Nachmittage in Istanbul, an denen man eigentlich nichts vorhat. Wir waren durch Beyoğlu gelaufen, hatten Käse probiert, Gewürze gerochen… Irgendwann bog ich in eine Seitenstraße ab – und stand vor einem muhallebici.

Muhallebici sind diese türkischen Pudding-Läden, die es gefühlt in jeder zweiten Straße gibt. Weiße Kachelwände, Glasvitrinen voller kleiner Töpfchen. Man setzt sich, bestellt einen çay und ein Sütlaç, und die Stadt draußen dreht sich weiter, aber man selbst nicht mehr.

Das Töpfchen, das mir gebracht wurde, war noch leicht warm. Die Oberfläche hatte genau diesen Ton zwischen Karamell und Bronze – nicht verbrannt, aber klar gebräunt. Darunter: cremiger Milchreis, der sich fast wie ein weiches Mousse angefühlt hat. Dazu fein gehackte Pistazien. Sonst nichts.

Ich habe seitdem einige Versionen davon gegessen – in anderen Restaurants, selbst gemacht, einmal aus einem Supermarktbecher, was ich nicht empfehle. Die selbst gemachten kommen am nächsten dran. Nicht weil man es besser kann als die Köche dort, sondern weil man den Prozess versteht. Und weil man weiß, was drin ist.

Warum dieses Rezept

Fırın Sütlaç geht auf die osmanische Küche zurück und gehört heute zum türkischen Alltag wie Brot. Er wird in Pastaneien gegessen, an Festen, nach der Schule, beim Frühstück am Wochenende. Kein Aufhebens, keine Inszenierung. Einfach gut.

Was ihn vom normalen Topf-Milchreis unterscheidet: Er kommt in den Ofen. Die Oberfläche karamellisiert leicht, der Rest bleibt weich. Das ist der entscheidende Schritt – und der Grund, warum er so viel besser schmeckt, als man nach der Zutatenliste erwarten würde.

Das Rezept ist klassisch und zuverlässig. Die einzige wirkliche Voraussetzung: Vollmilch. Nicht verhandelbar 😉

Zutaten

125g Milchreis

500 ml Vollmilch

1l Vollmilch

160g Zucker

3 TL Maisstärke

1 Pkg Vanillezucker

2 TL Pistazien und Mandeln, gehackt

160g Zucker

Zubereitung

Den Milchreis mit den 500ml Vollmilch in einem großen Topf verrühren. Bei mittlerer Hitze aufkochen, dann die Hitze auf schwache Stufe reduzieren und zugedeckt ca. 20 Minuten leicht köcheln, immer wieder umrühren. Wenn der Reis die Milch aufgenommen hat, den Zucker beifügen. Die Maisstärke mit etwas Milch glattrühren. dann die komplette Packung Milch (ca. 1l) mit der Maisstärke-Masse und dem Vanillezucker zum gekochten Reis geben. Alles bei kleiner Hitze unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Masse etwas eingedickt ist (ca. 15 Min). Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

Im Wasserbad backen: Den eingedickte Milchreis in ofenfeste Förmchen mit ca. 6–8 cm Durchmesser füllen. Die Förmchen in eine größere Backform stellen und diese mit so viel heißem Wasser auffüllen, dass die Förmchen bis zur Hälfte im Wasser stehen. Im Ofen 25 Minuten backen, bis die Oberfläche schön gebräunt, aber nicht dunkel ist.

Abkühlen und servieren: Die Förmchen aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten abkühlen lassen. Lauwarm mit den Nüssen, fein gehackt garnieren. Anschließend zugedeckt mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen und eiskalt servieren. Gerade an warmen Sommertagen eine wunderbare Erfrischung!

PS: Wenn ihr noch unsicher seid, welchen Reis ihr für Milchreis verwenden sollt – hier gehts direkt zum Artikel dazu im Risolier-Blog.

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