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Marokkanische Reispfanne mit Kichererbsen – ein Rezept aus dem Hohen Atlas

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Würziger Basmati-Reis mit Zimt, Kreuzkümmel und Paprika: ein vegetarisches Gericht der marokkanischen Küche, das in 30 Minuten auf dem Tisch steht.

Reis spielt in der marokkanischen Küche eine Nebenrolle. Couscous, Brot und Tajine bestimmen den Alltag – und trotzdem bekommt man in einigen Regionen des Hohen Atlas eine würzige Reispfanne als Hauptgericht serviert. Klassisch mit Hackfleisch. Die vegetarische Variante mit Kichererbsen behält den Charakter des Gerichts vollständig bei und ist obendrein alltagstauglicher.

Reis in der marokkanischen Küche

Wer an marokkanisches Essen denkt, denkt an Tajine, Couscous und Harira. Reis taucht in der marokkanischen Küche seltener auf, aber er taucht auf – vor allem im Landesinneren und in den Bergregionen, wo Gerichte einfacher und deftiger sind als an der Küste. Die Berberküche des Hohen Atlas arbeitet mit wenigen Zutaten und vielen Gewürzen. Genau das macht dieses Gericht aus.

Was hier passiert, ist im Grunde ein Pilaw-Prinzip: Der Reis wird kurz im Gewürzöl angeschwitzt und zieht dann in der Brühe gar. Er nimmt dabei das ganze Aroma auf, statt nur Beilage zu sein. In der nordafrikanischen Küche findet man dieses Verfahren immer wieder – es ist sparsam, unkompliziert und schmeckt intensiv.

Welcher Reis passt zu einer marokkanischen Reispfanne?

Basmati-Reis ist die beste Wahl. Er bleibt körnig, klebt nicht und hat ein feines, leicht nussiges Aroma, das die kräftigen Gewürze trägt, ohne sich dagegenzustellen. Wer es kerniger mag, nimmt braunen Basmati – dann verlängert sich die Garzeit auf etwa 30 Minuten und man braucht rund 100 ml mehr Brühe.

Wichtig ist nur eines: Den Reis vor dem Kochen unter fließendem Wasser abspülen, bis das Wasser klar bleibt. Das wäscht überschüssige Stärke ab und sorgt dafür, dass die Körner einzeln bleiben.

Die Gewürze: Zimt trifft Kreuzkümmel

Die Gewürzmischung ist das Herz dieses Gerichts. Kreuzkümmel und Paprika geben die Basis, Koriander bringt Zitrusnoten, Chili die Schärfe. Und dann Zimt und Muskat – die beiden sind der Grund, warum marokkanische Gerichte so unverwechselbar schmecken. Süße Gewürze in einem herzhaften Gericht: In der europäischen Küche irritiert das, in Nordafrika ist es selbstverständlich.

Wer eine fertige Mischung im Schrank hat, kann statt der Einzelgewürze auch 2 TL Ras el Hanout nehmen. Das Ergebnis wird runder, aber weniger klar in den einzelnen Noten.

Rezept: Marokkanische Reispfanne mit Kichererbsen

Für 2 Personen · ca. 30 Minuten · vegetarisch

Zutaten

  • 200 g Basmati-Reis
  • 250 g gekochte Kichererbsen (1 Dose, abgetropft und abgespült)
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 kleine Zwiebel, gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 Tomaten, gewürfelt
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 TL Paprikapulver, edelsüß oder geräuchert
  • ½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 Messerspitze Koriander, gemahlen
  • 1 Messerspitze Zimt, gemahlen
  • 1 Messerspitze Muskatnuss, gemahlen
  • 1 Messerspitze Chili
  • 1 Messerspitze schwarzer Pfeffer
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • Meersalz
  • Zum Servieren: Petersilie, Joghurt, Mandelblättchen

Zubereitung

  1. Den Basmati-Reis unter fließendem Wasser abspülen, bis das Wasser klar bleibt. Abtropfen lassen.
  2. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel goldbraun anbraten.
  3. Knoblauch und alle Gewürze zugeben und kurz mitrösten, bis sie ihr Aroma entfalten – das dauert keine Minute, danach wird es bitter.
  4. Tomatenmark einrühren, kurz mitbraten, dann die gewürfelten Tomaten zugeben und einkochen lassen.
  5. Die Kichererbsen unterheben und etwa 5 Minuten mitbraten.
  6. Den Reis dazugeben und unter Rühren kurz mitbraten, bis die Körner glasig glänzen.
  7. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, einmal aufkochen lassen, dann zugedeckt 10–12 Minuten bei niedriger Temperatur sieden.
  8. Vom Herd nehmen und zugedeckt 5 Minuten nachdämpfen lassen. Nicht umrühren – das ist der Schritt, der über die Körnigkeit entscheidet.
  9. Grob gehackte Petersilie unterheben, mit Meersalz abschmecken und mit Joghurt, Mandelblättchen und etwas Petersilie servieren.

Am besten sofort heiß genießen. Dazu passen gegrillter Käse, Gemüsespieße oder einfach ein Salat aus Tomaten und Gurke.

Varianten

Klassisch mit Hackfleisch: 250 g Lamm- oder Rinderhack nach den Zwiebeln kräftig anbraten, dann wie beschrieben weiterarbeiten. Das ist die Version, die man im Atlas serviert bekommt.

Mit Gemüse: Karotte, Zucchini oder Süßkartoffel in kleinen Würfeln zusammen mit den Kichererbsen anbraten. Süßkartoffel passt besonders gut zum Zimt.

Mit Trockenfrüchten: Eine Handvoll Rosinen oder klein geschnittene Datteln mitgaren. Das ist sehr marokkanisch und macht das Gericht deutlich süßer – muss man mögen.

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Wer tiefer in die Küche Marokkos einsteigen möchte: Ich mag „Casablanca“ von Nargisse Benkabbou – 100 Rezepte zwischen Tradition und Moderne, von Grundrezepten wie Harissa und Ras el Hanout bis zu Tajines und Gebäck. Gut erklärt und im Alltag wirklich nachkochbar.

Häufige Fragen

Welcher Reis eignet sich für marokkanische Gerichte?

Basmati-Reis ist die beste Wahl: körnig, aromatisch und stabil beim Garen in der Pfanne. Brauner Basmati funktioniert ebenfalls, braucht aber rund 30 Minuten Garzeit und etwas mehr Flüssigkeit.

Isst man in Marokko überhaupt Reis?

Reis ist in Marokko nicht das Grundnahrungsmittel – diese Rolle haben Couscous und Brot. In einigen Regionen, besonders im Hohen Atlas, gehören würzige Reisgerichte aber fest zum Alltag.

Was ist Ras el Hanout?

Ras el Hanout ist die bekannteste Gewürzmischung der marokkanischen Küche. Je nach Händler enthält sie ein Dutzend Gewürze und mehr, meist Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Ingwer, Kurkuma und Pfeffer. In diesem Rezept kann sie die Einzelgewürze ersetzen: 2 TL genügen.

Ist das Rezept vegan?

Ja, wenn man den Joghurt weglässt oder durch eine pflanzliche Alternative ersetzt. Alle übrigen Zutaten sind pflanzlich.

Kann ich die Reispfanne vorbereiten?

Ja. Sie hält sich zwei Tage im Kühlschrank und lässt sich mit einem Schuss Wasser in der Pfanne gut aufwärmen. Frisch schmeckt sie allerdings deutlich besser.

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